Historie unseres Gebäudes in Bottrop der Luggesmühle

Die Bottroper Luggesmühle

Drei Mühlen sind Zeugen dörflicher Vergangenheit. Um 1870 lohnte es sich noch, Getreide zu mahlen. Johann Lugge, Gasthof- und Grundbesitzer an der Cyriakuskirche tauschte sein Eigentum gegen ein 20 Morgen großes Grundstück an der Sterkrader Straße und errichtete hier um das Jahr 1871 die Luggesmühle, die heute einer Straße den Namen gibt.

Dieser Neubau war es, der den Müller Spickenbaum aus der Stadtmitte zu neuen Taten trieb. Weiter oberhalb an der Sterkrader Straße, am heutigen „Windmühlenweg“ legte er den Grundstein zu seiner neuen Windmühle, ein halbes Jahr nach dem Baubeginn bei Lugges Mühle.

Der Wettlauf der Müller Spickenbaum und Lugge erreichte 1974 seinen Höhepunkt: Wo wird zuerst das Mehl fließen? Sieger blieb Müller Spickenbaum. Bei ihm drehten sich die Windmühlenflügel vier Wochen früher als bei Lugge. Johann Lugge übertrumpfte jedoch seinen ehrgeizigen Konkurrenten, als er schon 1876 eine Dampfmaschine aufstellte. Dennoch wurden die Mahlwerke in Lugges Mühle bis zum ersten Weltkrieg zum Teil vom Wind betrieben.

Die Mühle hatte erneut ihren Besitzer gewechselt. Neuer Pächter war Paul Vietor für seine Futtermittelhandlung. Um 1923 drehten sich zum letzten Mal die Wundmühlen-Flügel. 1939 wurden die morschen Blätter und der 35 Zentner schwere Aschenknopf demontiert. Das letzte Weizenmehl floss vor der Währungsreform aus einer elektrisch betriebenen Anlage.

Bis Ende 2014 war in der Luggesmühle eine Weihnhandlung mit Weinbar untergebracht als Mieter. Deren Besitzer Ignazio Amante hat dann unter anderem aufgrund der unsicheren Besitzverhältnisse die Konsequenz gezogen und hat für sein Unternehmen einen neuen Standort gesucht.

Heute dient das Gebäude nicht mehr als Mühle, sondern als eine Rechtsanwalts- und Notariatskanzlei. Das Gebäude wurde 2014 restauriert und modernisiert. Die Kanzlei besteht mittlerweile in vierter Generation und bildet mit fünf Juristen ein kompetentes und qualifiziertes Beraterteam. Spuren aus der alten Zeit sind geblieben. Die charakteristischen Rundbögen und Stützbalken findet man heute noch dort.

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