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Grundschuld bestellen und löschen: Kosten, Verzinsung und Ablauf einfach erklärt

17. September 2026

Wer eine Immobilie finanzieren möchte, kommt an dem Begriff Grundschuld kaum vorbei. Sie dient Banken regelmäßig als Sicherheit für die Vergabe eines Darlehens und wird im Grundbuch eingetragen. Doch wie funktioniert die Bestellung einer Grundschuld? Welche Rolle spielt die Verzinsung einer Grundschuld? Und was kostet eine Grundschuldlöschung, wenn das Darlehen vollständig zurückgezahlt wurde? In diesem Beitrag erfahren Sie, wie eine Grundschuld entsteht, welche Kosten anfallen und worauf Eigentümer:innen im Allgemeinen achten sollten.

Was ist eine Grundschuld?

Die Grundschuld ist ein sogenanntes Grundpfandrecht und dient in erster Linie der Absicherung von Krediten – insbesondere bei der Immobilienfinanzierung. Sie wird zugunsten einer Bank oder eines anderen Kreditgebers im Grundbuch eingetragen. Im Unterschied zur Hypothek bleibt die Grundschuld grundsätzlich auch bestehen, wenn das Darlehen bereits vollständig zurückgezahlt wurde. Erst durch eine Löschung im Grundbuch verschwindet sie endgültig.

Bestellung einer Grundschuld – Wie läuft sie ab?

Die Bestellung einer Grundschuld erfolgt in mehreren Schritten und ist fester Bestandteil nahezu jeder Immobilienfinanzierung. So sieht der Ablauf in der Regel aus:

Erst nach der finalen Eintragung erhält die finanzierende Bank die gewünschte Sicherheit.

Das Grundschuldbestellungsformular einfach erklärt

Im Rahmen der Finanzierung erhalten Eigentümer:innen häufig ein Grundschuldbestellungsformular. Dieses Dokument enthält für gewöhnlich alle Angaben, die für die Eintragung der Grundschuld erforderlich sind.Typischerweise beinhaltet ein Grundschuldbestellungsformular unter anderem:

  • die Höhe der Grundschuld
  • Angaben zum Grundstück
  • Eigentümerdaten
  • Gläubiger (Bank)
  • Nebenleistungen
  • Verzinsung der Grundschuld

Da das Formular rechtliche Auswirkungen hat, sollte dessen Inhalt sorgfältig geprüft werden.

Verzinsung einer Grundschuld – Was bedeutet das?

Viele Eigentümer:innen erschrecken, wenn sie erstmals die im Grundbuch eingetragene Verzinsung einer Grundschuld sehen. Dort finden sich häufig Zinssätze von 12 bis teilweise sogar 18 Prozent. Diese hohe Verzinsung einer Grundschuld bedeutet jedoch nicht grundsätzlich, dass tatsächlich ein entsprechender Darlehenszins gezahlt werden muss. Vielmehr handelt es sich um eine sogenannte Grundschuldverzinsung, die der zusätzlichen Absicherung des Gläubigers dient und im Regelfall nicht der tatsächlichen Finanzierung entspricht - der tatsächliche Kreditzins ergibt sich in der Regel ausschließlich aus dem Darlehensvertrag.

Wann sollte eine Grundschuld gelöscht werden?

Ist das Immobiliendarlehen vollständig zurückgezahlt, stellt sich häufig die Frage, ob die Grundschuld gelöscht werden sollte. Grundsätzlich bestehen hier zwei Möglichkeiten - entweder die Grundschuld bleibt bestehen oder sie wird gelöscht. Eine bestehende Grundschuld kann bei einer späteren Finanzierung erneut genutzt werden. Wer seine Immobilie jedoch verkaufen möchte, entscheidet sich häufig für eine Löschung.

Was kostet eine Grundschuldlöschung?

Eine häufig gestellte Frage lautet: Was kostet die Grundschuldlöschung?

Pauschal lässt sich das so nicht sagen. Für die Löschung entstehen in der Regel Kosten für:

  • Löschungsbewilligung der Bank
  • notarielle Beglaubigung
  • Eintragung der Löschung im Grundbuch

Die tatsächlichen Kosten richten sich unter anderem nach der Höhe der eingetragenen Grundschuld und den gesetzlichen Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz. Vor einer Löschung empfiehlt sich daher stets die Erstellung einer individuellen Kostenberechnung.

Ist eine Löschung immer notwendig?

Nicht zwangsläufig. Nicht jede Grundschuld muss nach der Rückzahlung des Darlehens gelöscht werden. Eine bestehende Grundschuld kann später erneut als Sicherheit genutzt werden. Das spart unter Umständen Kosten, wenn zu einem späteren Zeitpunkt eine neue Finanzierung erforderlich wird. Ob eine Löschung sinnvoll ist, hängt von den persönlichen Plänen der Eigentümer:innen ab.

Wann ist anwaltliche Beratung sinnvoll?

Rund um Grundschulden können zahlreiche rechtliche Fragen entstehen, beispielsweise bei:

  • Immobilienkäufen
  • Grundstücksübertragungen
  • Umschuldungen
  • Grundbuchberichtigungen
  • Löschungen
  • Streitigkeiten mit Kreditinstituten

Eine rechtliche Beratung kann helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Verträge sorgfältig zu prüfen.

Fazit: Grundschuld richtig bestellen und später sinnvoll löschen

Die Bestellung einer Grundschuld ist ein zentraler Bestandteil nahezu jeder Immobilienfinanzierung. Das Grundschuldbestellungsformular bildet dabei die Grundlage für die Eintragung im Grundbuch. Auch die Verzinsung einer Grundschuld sorgt häufig für Unsicherheiten, hat jedoch regelmäßig nichts mit dem tatsächlichen Darlehenszins zu tun. Wer sich fragt, was eine Grundschuldlöschung kostet, sollte neben den Notar- und Grundbuchkosten auch prüfen, ob eine Löschung im Einzelfall überhaupt sinnvoll ist. Bei rechtlichen Fragen rund um Grundschulden oder Immobilienfinanzierungen empfiehlt sich eine frühzeitige anwaltliche Beratung.