Polizeikontrolle mit Drogentest bei Autofahrt – baddepartner Blog Artikelbild

Fahren unter Alkohol oder Drogen – Was wirklich droht

21. Oktober 2026

Alkohol und Drogen am Steuer sind eine der häufigsten Ursachen für schwere Unfälle. Gleichzeitig ist es eines der Themen, bei denen viele Fahrer die tatsächlichen Konsequenzen unterschätzen. Ein Glas Wein zu viel, ein Joint am Vorabend und plötzlich steht mehr auf dem Spiel als nur ein Bußgeld.

Alkohol: Die Grenzen und ihre Folgen

In Deutschland gelten folgende Grenzwerte:

  • Unter 0,5 Promille: Grundsätzlich nicht unbedingt strafbar – außer zum Beispiel bei Fahrfehlern oder Unfall (dann schon ab 0,3 Promille strafbar)
  • 0,5 bis 1,59 Promille: Ordnungswidrigkeit mit 500–1.500 Euro Bußgeld, 1–2 Monate Fahrverbot, 2 Punkte
  • Ab 1,6 Promille: Straftat mit Führerscheinentzug, MPU-Pflicht, Geld- oder Freiheitsstrafe
  • Fahranfänger in Probezeit und unter 21 Jahre: 0,0 Promille Grenze – schon 0,1 Promille ist eine Ordnungswidrigkeit

Cannabis: Neue Regeln seit 2024

Mit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland änderten sich auch die Regeln im Straßenverkehr. Der Grenzwert für THC im Blut wurde auf 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum festgelegt. Wer darüber liegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Übrigens mit denselben Folgen wie bei 0,5 Promille Alkohol. Bei gleichzeitigem Konsum von Cannabis und Alkohol gelten schärfere Regeln.

MPU – die gefürchtete „Idiotenprüfung“

Wer seinen Führerschein nach Trunkenheitsfahrten verloren hat oder auffällig viele Punkte gesammelt hat, muss vor der Wiederteilung des Führerscheins eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bestehen. Die MPU prüft die Fahreignung und viele scheitern daran. Eine MPU-Vorbereitung mit Fachleuten lohnt sich.

Reale Rechtsprechung: Führerschein weg – auch ohne Unfall

Der BGH und zahlreiche Oberlandesgerichte haben bestätigt: Der Führerscheinentzug kann schon bei einmaliger Trunkenheitsfahrt ab 1,6 Promille dauerhaft sein – unabhängig davon, ob ein Unfall passiert ist. Das Gericht muss nicht warten, bis mehr passiert.

Was tun, wenn man angehalten wird?

Wer von der Polizei kontrolliert wird und Alkohol oder Drogen konsumiert hat, sollte:

  • Höflich und kooperativ sein, aber keine überflüssigen Angaben machen
  • Einen Anwalt kontaktieren, bevor Aussagen gemacht werden

Fazit

Die Folgen von Alkohol oder Drogen am Steuer können weitreichend sein: Bußgeld, Punkte, Fahrverbot, Führerscheinentzug und Strafverfolgung. Von der möglichen Gefährdung anderer oder sich selbst einmal komplett abgesehen. Die beste Entscheidung: nüchtern fahren.

Führerscheinentzug oder Anzeige wegen Trunkenheitsfahrt? Die Kanzlei Badde & Partner verteidigt Sie im Verkehrsrecht.